Beschreibung

Im zweiten Teil des Interviews verweist Dr. Kramer u.a. auf die Veränderungen, die die Sexualität im Verlauf der letzten 60 Jahren erfahren hat.

Waren die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts noch geradezu prüde und puritanisch geprägt, wurde Sexualität nicht offen ausgelebt und z.T. verdrängt, ist insbesondere durch die Studentenbewegung eine wesentliche Veränderung eingetreten. Neben der politischen wurde nun auch eine sexuelle Befreiung in die Wege geleitet und in der Folge dann auch gelebt.

Dr. Kramer verweist hier auf den Umstand, demzufolge diese Befreiung jedoch nicht bei alten und sehr alten Menschen angekommen ist, da man bislang immer glaubte, dass Sexualität aufhört, wenn das Alter beginnt. Eine solche Auffassung ist die unmittelbare Folge des inzwischen längst widerlegten, jedoch noch immer wirkmächtigen „Defizitmodells", das den Prozess des Alterns als Vorgang fortschreitender Verluste denkt und sich deshalb auch nicht vorstellen kann, dass alte Menschen sexuelle Bedürfnisse haben könnten.

Heute jedoch, so Dr. Kramer, gebe es Indizien dafür, dass sich diese Sichtweise verändere und nunmehr die Sexualität Einlass finde auch ins Alter. Mit ein Beleg für diese Hoffnung sei die Tatsache, dass neuerdings, wenn auch nur vereinzelt, von alten und demenzerkrankten Menschen eine Sexualbegleitung bzw. Sexualassistenz in Anspruch genommen wird, die in der Behindertenhilfe schon seit längerem praktiziert wird.

Der Begriff „Sexualassistenz" bedeutet, dass gegen Bezahlung sexuelle Dienste für Menschen angeboten werden, die aufgrund ihrer körperlichen und / oder geistigen Behinderung ihre sexuellen Bedürfnisse nicht ohne Hilfe von anderen Menschen realisieren können.

„Der demographische Wandel wird dazu führen, das wir demnächst und auch in fernerer Zukunft immer mehr ältere und alte Menschen haben werden. Und es kommt jetzt eine Generation von alten Menschen auch in die Seniorenheime, die zeitlebens einen eher bewussteren Umgang mit ihrer Sexualität pflegten und die eben auch auf Sexualität im Seniorenheim nicht unbedingt verzichten möchten.

Es wird dies jene Generation sein, die damals im wesentlichen die sexuelle Revolution in die Wege geleitet hat."

Mit Blick auf diese Entwicklung plädiert Dr. Kramer für eine lebensfrohe ressourcenorientierte Atmosphäre im Seniorenheim, eine neue Offenheit, die auch einen emanzipierten Umgang mit den sexuellen Bedürfnissen der BewohnerInnen zu praktizieren in der Lage ist.

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Tom Kitwood - Der personen-zentrierte Ansatz im Umgang mit Menschen mit Demenz.
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